Kinder- und Jugendpsychiatrie des St. Elisabethen-Krankenhauses Lörrach

Die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des St. Elisabethen-Krankenhaus in Lörrach versorgt seitdem 01.03.2006 im Rahmen des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin. Unser Behandlungsangebot richtet sich an Kinder und Jugendliche mit psychischen und psychosomatischen Störungen. Ein multiprofessionelle Team bestehend aus Ärzten, Psychologen, Ergo-, Musik-, Bewegungs- und Arbeitstherapeuten, Heilpädagogen, Sozialarbeitern, Gesundheits- und Krankenpflegekräften, sowie Erziehern engagiert sich für unsere Patienten im Alter von 5- 18 Jahren.

Neben der Somatotherapie sind soziotherapeutische Angebote ein hoch strukturierter Tagesablauf, eine gesunde Ernährung, sowie eine von den Bezugspflegekräften angeleitete, sinnvolle Freizeitgestaltung (therapeutisches Milieu) wichtige Elemente unserer Behandlung.

Eingebettet in die genannten Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten können die Kinder und Jugendliche auch an der „BMX-Therapie-Training” teilnehmen. Dabei handelt es sich um eine therapeutische Konzeption, die vermutlich in Deutschland und weltweit in dieser Form einzigartig ist.

Im Speziellen geht es hierbei um die BMX- Richtung „Flatland”.

Mit Herrn Chris Böhm einem Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit professionellen Kenntnissen im Bereich dieses Radsport, haben wir einen Spezialisten für diese Form der Therapie gewinnen können.

Wir haben zu diesem Zweck spezielle BMX-Räder angeschafft und die Kinder und Jugendlichen haben die Gelegenheit unter Aufsicht und Anleitung von Chris Böhm und des restlichen Betreuerteams die ersten Einsteigertricks zu lernen und zu üben.

Neben einem niederschwelligen Zugang zu unseren jungen Patienten – das Interesse ist in der Regel sehr groß, die Motivation hoch, eignet sich diese Sportart hervorragend zum Training der Raum-Lage-Wahrnehmung, der Kraftdosisregulation, der Augen-Hand-Koordination, des Gleichgewichtssinnes, sowie der Angstregulation und einer Stärkung des Selbstbewusstseins.

Im Rahmen des Trainings bzw. der BMX- Trainings setzen wir auch eine DVD- Dokumentation ein, um den Kindern ihre Fertigkeiten und die gemachten Fortschritte reflektieren zu können. In der Interaktion mit dem Trainer legen wir großen Wert auf Disziplin und Absprachefähigkeit, auch in der Kleingruppensituation (Sozialkompetenztraining). Es wurde ein spezielles BMX-Belohnungssystem entwickelt. Die jungen Patienten erhalten kleine Präsente (von Chris Böhms Sponsoren) im Sinne eines Verstärkerprogramms, wenn sie bestimmte Therapieziele erfüllt haben.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die BMX- Therapie/Training ein neuer wichtiger Bestandteil unseres multiprofessionellen Behandlungskonzeptes geworden ist und von den Patienten sehr gut angenommen und mit Erfolg uitilisiert werden kann.

Sie trainieren ihren Körper, ihre Kondition und ihre Koordination, überwinden Ängste bzw. setzen sich mit diesen auseinander, gewinnen Selbstbewusstsein, lernen sich an Regeln und Absprachen zu halten, können ihre oft überschiessende Energie sinnvoll einsetzen, feiern Erfolge und haben eine menge Spaß.

Aufgrund der familiären und sozialen Situation vieler Eltern ist es unseren jungen Patienten meist leider nicht möglich, diesen Sport nach dem stationären Aufenthalt weiterführen zu können.

Uns ist es auch deshalb ein Anliegen auf diesem Weg Sponsoren zu finden, die diesen Kindern hier eine Perspektive zur Fortsetzung, dieser Sportart bieten könnten.

Wir denken hierbei z.B. an die Bereitstellung von BMX- Rädern und an ein offenes Training, an dem dann auch ehemalige Patienten teilnehmen könnten.